Reto Heiz und Jürg Wägli
Liebe Leserin, lieber Leser
Niemanden wird’s wundern – der Geschäftsbericht 2020 steht im Zeichen der Covid-19-Pandemie. Das Jahr 2020 wird nicht nur für das Berner Reha Zentrum historisch sein, sondern mit Sicherheit weltweit in die Geschichtsbücher eingehen. Es gibt aber auch viele individuelle und berührende Geschichten, welche in diesem Jahr geschrieben wurden. Uns ist es wichtig, einigen dieser Geschichten einen gebührenden Platz im Geschäftsbericht einzuräumen.
Geschichtsträchtig hätte das 2020 auch ohne Covid-19 werden können. Wir sind so gut wie noch nie in das Jahr gestartet. Bereits Mitte März hätten wir mit gutem Grund und ganz ohne Virus unseren Mitarbeitenden minutenlang applaudieren können. Dann kam Covid-19 und der Lockdown. Das Verbot, in den Spitälern elektive Eingriffe durchzuführen, führte dazu, dass der aussergewöhnliche Start jäh gebremst wurde.
In der Folge ereigneten sich andere unglaubliche Dinge. Zum Beispiel verwandelten unsere Hotelleriemitarbeitenden und unser medizinisches Fachpersonal in Rekordzeit, nämlich über ein Wochenende, eine Pflegestation in eine komplett isolierte Station. Die Therapeuten und Therapeutinnen stellten in wenigen Tagen das gesamte Therapieprogramm um und wechselten zur direkten Stationsversorgung. In normalen Zeiten würde eine entsprechende Umsetzung jeder dieser beiden Massnahmen mit Sicherheit mehrere Wochen dauern!
Es wurde aber auch an Covid-freien Themen gearbeitet. Anfang August führten wir unser neues Logo ein. Im September konnten wir all unsere Zertifikate von SW!SS REHA nach deren neuen, noch strengeren Qualitätskriterien erfolgreich rezertifizieren. Unsere Therapiepraxis beim Bahnhof Thun eröffneten wir schliesslich Anfang November. An vielen strategischen Projekten in den Bereichen Bau, ICT, Kooperationen, Kommunikation und Arbeitgeberattraktivität wurde trotz Corona ungebremst weitergearbeitet.
Am 4. August erinnerten wir uns mit der nötigen Distanz daran, dass das Berner Reha Zentrum seinen 125-jährigen Geburtstag feiert. Die Vorfreude auf die Feierlichkeiten haben wir aber aus den bekannten Gründen um ein Jahr verlängert. So Covid will, holen wir das Fest im 2021 nach.
Wir sind froh, dass unsere Kantonsregierung sehr früh die finanziellen Fragen im Zusammenhang mit der Pandemie geregelt hat. Damit konnten wir uns voll auf unseren Beitrag zur Pandemiebewältigung konzentrieren. Als pulmonale Fachklinik waren unsere Dienstleistungen weit über die Kantonsgrenze hinaus deutlich häufiger als üblich gefragt.
Wir sind stolz, dass wir trotz empfindlichen Ertragsausfällen im Frühjahr letztlich auf keine Unterstützung durch den Kanton und damit durch die Steuerzahlenden angewiesen waren.
Dass dies alles möglich war, verdanken wir vor allem unseren Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, die mit viel Begeisterung, Engagement und Herzblut ihrer Berufung gefolgt sind. Ebenso danken wir unseren vielen, meist langjährigen Kooperations- und Geschäftspartnern.
Merci viu mau!